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      Post-EEG

      Das Ende der EEG-Förderung: Wie geht es jetzt weiter?

      Post-EEG
      Post-EEG

      Die feste EEG-Vergütung Ihrer Ökostrom-Anlage läuft demnächst aus und Sie beschäftigen sich mit der Frage des Weiterbetriebs? Welche Möglichkeiten zur Optimierung meines Eigenbedarfs gibt es? Wie kann ich meine PV-, Bio- bzw. Windkraftanlage auch nach Ende der gesetzlichen Förderung (sogenannte Post-EEG-Phase) weiterhin betreiben?

      Mit Ihrer Entscheidung, erneuerbare Energie selbst zu produzieren und ins Stromnetz einzuspeisen, haben Sie frühzeitig ein Zeichen für Ökologie und Nachhaltigkeit gesetzt. 

      Auslaufende EEG-Förderung

      Ab dem Jahr 2021 läuft für die ersten Erzeugungsanlagen die EEG-Förderung aus, soweit es sich nicht um Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Wasserkraft handelt. In den Folgejahren wird dies immer mehr EEG-Anlagenbetreiber betreffen.

      EEG: gesetzliche Regelungen zum 1.1.2021

      Mit dem Bunderatsbeschluss zum EEG 2021 vom 18.12.2020 wurden die Regelungen zur auslaufenden EEG-Förderung grundlegend überarbeitet.

      Regelungen für Anlagen mit einer installierten Leistung bis 100 kW:

      Option 1

      Volleinspeisung der Anlage mit einem Arbeitszähler und Abnahme durch den Anschlussnetzbetreiber

      Diese Option wird automatisch gewählt, wenn keine weiteren Schritte durch den Anlagenbetreiber eingeleitet werden. Der Netzbetreiber nimmt den gesamten erzeugten Strom weiterhin auf und vergütet ihn mit dem Marktwert (Größenordnung: 2 bis 5 Cent/kWh), abzüglich einer gesetzlich vorgesehenen Pauschale von 0,2 – 0,4 Cent/kWh. Eine Änderung der vorhandenen Zähler ist hierfür nicht erforderlich, bis das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), die für diese Anlagen notwendige Markterklärung für intelligente Messsysteme veröffentlicht. Ab diesem Zeitpunkt kommt der Netzbetreiber hinsichtlich der Nachrüstung mit einem intelligenten Messsystem auf den Anlagenbetreiber zu. Dies gilt grundsätzlich nur für Anlagen größer 7 kW. Diese Option ist zeitlich beschränkt bis zum 31.12.2027.

      Option 2

      Volleinspeisung der Anlage mit einem Arbeitszähler und Abnahme durch einen Direktvermarkter

      Die erzeugte Energie wird vollständig in das öffentliche Versorgungsnetz eingespeist. Der Vertrieb erfolgt über einen Stromhändler (Direktvermarkter) an der Strombörse, hierzu ist eine Anmeldung des Direktvermarkters beim Netzbetreiber erforderlich. Der Wechsel in die Direktvermarktung muss dabei spätestens vor Beginn des jeweils vorangegangenen Kalendermonats angezeigt werden (z. B. gewünschter Beginn ab März 2021 - späteste Anmeldung beim Netzbetreiber bis zum 31. Januar 2021). Eine Änderung der vorhandenen Zähler ist hierfür nicht erforderlich, bis das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die für diese Anlagen notwendige Markterklärung für intelligente Messsysteme veröffentlicht.

      In den bestehenden Marktprozessen ist eine Direktvermarktung mit einem Arbeitszähler (SLP-Zähler) nicht vorhanden. Erst wenn die neue Gesetzesgrundlage für das EEG 2021 vorliegt, wird diese Variante möglich sein.  Daher bitten wir Sie vorerst von derartigen Anmeldungen Abstand zu nehmen.

      Option 3

      Voll- oder Überschusseinspeisung mit einem intelligenten Messsystemen (1/4-stündliche Messung und Bilanzierung)

      Mit einem intelligenten Messsystem je Ausprägung bestehen alle Vermarktungsmöglichkeiten: Bei Anlagen in Volleinspeisung kann der Strom wahlweise vom Netzbetreiber oder von einem Direktvermarkter aufgenommen und vergütet werden. Die Vergütung erfolgt dabei genauso wie bei Optionen 1 und 2. Für die Vermarktung durch einen Direktvermarkter ist eine fristgemäße Anmeldung durch den Direktvermarkter beim Netzbetreiber durchzuführen (bitte beachten Sie den in der Option 2 beschriebenen Anmeldezeitraum). Bei Überschusseinspeisung und Vermarktung des Reststroms durch einen Direktvermarkter sind zusätzliche Steuerungsmöglichkeiten durch den Direktvermarkter erforderlich.

      Option 4

      Überschusseinspeisung der Anlage mit einem Arbeitszähler und Abnahme durch den Anschlussnetzbetreiber

      Die erzeugte Energie wird teilweise oder gar nicht in das öffentliche Versorgungsnetz eingespeist.

      Der eingespeiste Strom wird durch den Netzbetreiber analog Option 1 vergütet. Die Vermarktung des eingespeisten Stroms an einen Direktvermarkter ist nicht möglich.

      Option 5 – Vollständiger Eigenverbrauch mit einem Arbeitszähler

      Es wird technisch sichergestellt, dass keine Einspeisung der Anlage in das öffentliche Netz erfolgt.


      Die erzeugte Energie wird vollständig vor Ort verbraucht, in dem eine Rückspeisung in das Netz unter zu Hilfenahme eines Energieflussrichtungssensors technisch ausgeschlossen wird. Zur technischen Ausführung wenden Sie sich an Ihren Elektrofachbetrieb. Die technische Funktionalität des Energieflussrichtungssensors ist dem Netzbetreiber nachzuweisen. Ein geeigneter Nachweis ist beizubringen. Der Wechsel in den vollständigen Eigenverbrauch muss dabei spätestens vor Beginn des jeweils vorangegangenen Kalendermonats beim Netzbetreiber formlos angezeigt werden (z. B. gewünschter Beginn der vollständigen Eigenversorgung ab März 2021 - späteste Anmeldung beim Netzbetreiber bis zum 31. Januar 2021).


      Weiterer Hinweis:
      Wenn Sie die Anlage von Volleinspeisung auf Überschusseinspeisung umstellen und Ihre Anlage größer 30 kW ist, sind für den Eigenverbrauch 40 % EEG Umlage abzuführen. In diesem Fall ist ein separater Erzeugungszähler notwendig.

       


      Regelung für ausgeförderte Anlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 100 kW:


      Windenergieanlagen und Altholz-Anlagen > 100 kW fallen bei Auslaufen der Förderung automatisch in die Aufnahme und Vergütung durch den Netzbetreiber (vgl. Option 1 bei Anlagen <100 kW). Eine Aufnahme durch den Netzbetreiber ist hier nur bei Windenergie bis zum 31.12.2022 unter bestimmten Bedingungen und für Altholz-Anlagen bis 31.12.2026 vorgesehen. Daher müssen diese Anlagen spätestens zum 01.01.2023 bzw. 01.01.2027 einen Direktvermarkter für die eingespeiste Energiemenge finden, der den Strom abkauft. Eine Überschusseinspeisung ist in diesem Fall ebenso möglich wie eine Volleinspeisung. Bitte beachten Sie beim Wechsel in die Direktvermarktung entsprechende Fristen.

      Option 6 (bei Windenergieanlagen)

      Repowering

      • Für Windenergieanlagen besteht die Option des Repowerings
      • Hierbei ist allerdings immer eine Einzelfallbetrachtung notwendig, da die Vorschriften und Bedingungen für das Repowering verschärft wurden, z.B. die Abstandsregelungen

      Option 7

      Rückbau der Anlage 

      • Je nach Zustand der Anlage und ihrer Komponenten ist eine Abwägung empfehlenswert, inwiefern ein Weiterbetrieb nach den vorgenannten Optionen noch eine Alternative darstellen. 
      • Die Abmeldung der Anlage im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur und beim Netzbetreiber ist ebenfalls erforderlich

      Option 8 (bei Biogasanlagen)

      Anschlussförderung

      • Unter bestimmten Voraussetzungen ist Ihre Anlage für eine Anschlussförderung qualifiziert
      • Die Anmeldungen bzw. Voraussetzungen finden Sie auf der Seite der Bundesnetzagentur

       

       

      Stand: 18.12.2020

      Bei Änderungen der Rechtslage wird dieser Internetauftritt angepasst.

       

      Fragen und Antworten zur auslaufenden EEG-Förderung

      Die nachfolgenden Fragen und Antworten beziehen sich auf die aktuellen gesetzlichen Regelungen zum EEG 2017 inkl des Kabinettsbeschlusses vom 23.9.2020.

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